Unsere weißen Rebsorten

Auxerrois

Die Rebsorte wird meist zu den Burgundersorten gezählt, obwohl sie keine echte Pinot-Sorte ist. Häufig irrtümlich als Spielart des Weißburgunders bezeichnet, ist sie vielmehr eine sehr alte selbständige Rebsorte. Der Name „Auxerrois“ geht vermutlich auf die ehemalige französische Grafschaft Auxerre, zwischen Bourgogne und Champagne zurück. Die Verbreitung der Rebsorte von dort aus ist wahrscheinlich mit der Vertreibung der Hugenotten aus Frankreich verbunden, welche die Rebe mitnahmen und in ihren neuen Heimaten kultivierten. Heute findet man den Auxerrois hauptsächlich an der luxemburgischen Mosel, dem französischen Elsass sowie in den deutschen Anbaugebieten Rheinland-Pfalz und Baden – „Spezialität des Kraichgau“. Obwohl in manchen Quellen von einer Entstehung der Rebsorte durch Mutation die Rede ist, zeigen neuere genetische Untersuchungen, dass der Auxerrois, genau wie Chardonnay, höchstwahrscheinlich aus einer spontanen Kreuzung zwischen Spätburgunder mit Heunisch entstand. In Frankreich tragen auch andere Sorten den Namen Auxerrois, so findet man Pinot gris manchmal unter der Bezeichnung „Auxerrois gris“ oder Chardonnay unter „Auxerrois blanc“. In Südwest-Frankreich wird gelegentlich auch die rote Rebsorte Malbec als Auxerrois bezeichnet. In Bezug auf die Anbaulage ist der Auxerrois nicht wählerisch, um seine Charaktereigenschaften jedoch optimal ausspielen zu können stellt er hohe Ansprüche an den Boden. Die mittelfrüh reifende Sorte bringt bei relativ geringen Erträgen ausgewogene, körperreiche Weine von eleganter Fruchtigkeit hervor, die aufgrund ihrer milden Säurestruktur ideale Essensbegleiter sind.

Bacchus

Die Rebsorte Bacchus verdankt ihre Bezeichnung dem antiken römischen Gott des Weines und der Vegetation. Sie entstand 1933 aus einer Kreuzung zwischen Ehrenfelser (Silvaner x Riesling) und Müller-Thurgau im Institut für Rebenzüchtung, Geilweilerhof. Bacchus ist eine früh reifende und ertragreiche Weißweinsorte, die in bevorzugt kühlen Lagen sehr hohe Reifegrade erreicht. Meist restsüß ausgebaut, sind die Weine fruchtig und harmonisch mit dezenter, gut verträglicher Säure. Der würzige Muskatton erinnert bisweilen an die Rebsorte Scheurebe, weshalb Bacchus auch manchmal „frühe Scheurebe“ genannt wird. Während die Rebflächen in Deutschland nicht zuletzt aufgrund steigender Jahresdurchschnittstemperaturen insgesamt rückläufig sind, besetzt Bacchus bei uns schon von jeher die Position eines Exoten.

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Gewürztraminer

Im badischen auch bekannt als „Clevner“, ist eine sehr alte, eigenständige Rebsorte, deren Ursprung vermutlich in Griechenland oder Mittelitalien zu suchen ist. In Südtirol wurde der Gewürztraminer bereits 1470 zum ersten Mal erwähnt, in Deutschland ist er seit 1546 bekannt. Gewürztraminer ist eine edle, qualitativ hochwertige Rebsorte und zählt in Deutschland zu den besten Spitzengewächsen unter den Weißweinen. Die Sorte stellt hohe Ansprüche an die Anbaulage, benötigt eine lange Reife und ist in schwierigen Weinjahren eher ertragsunsicher. Daher nimmt sie in Deutschland eine kleine aber stabil bleibende Anbaufläche von rund 800 ha ein - rund 180 ha werden davon in Baden angebaut. Die Weine zeichnen sich durch ihr würziges, deutlich an Rosen erinnerndes Aroma sowie eine milde Säure aus. Bei Mostgewichten von 90 Grad Öchsle und mehr erhält man füllige Spätlesen mit viel Spiel und Finesse.

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Grauburgunder (Ruländer)

Der Grauburgunder ist eine Rebsorte mit vielen gleich bedeutenden Namen. Man kennt ihn als Ruländer, als Pinot grigio oder als Pinot gris. Die Benennung Ruländer stammt aus dem Jahre 1711, als der Kaufmann Johann Ruland aus Speyer in einem Garten diese Reben entdeckte und vermehrte. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Mutation des Spätburgunders. Der Ruländer ist eine Rebsorte, die sehr gute Erträge und hohe Qualitäten hervorbringen kann. Im 19. Jahrhundert waren die schweren Ruländerweine sehr beliebt. Man wollte Weine mit viel Fülle, einem kräftigen Körper und vollmundigen bis lieblichem Geschmack. In den achtziger Jahren hat sich das Geschmacksbild gewandelt, gefragt waren trockene, spritzige Weine. Der liebliche, schwere Ruländer wurde durch den Grauburgunder abgelöst. Erntezeitpunkt und Reifegrad der Trauben entscheidet darüber, ob es sich um einen Grauburgunder- oder Ruländertyp handelt. Werden die Trauben früh, im Sinne von reif aber nicht überreif geerntet und der Wein wird trocken, fruchtig ausgebaut, so spricht man von einem Grauburgunder.

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Kerner

Die inzwischen am meisten angebaute Züchtung hat in relativ kurzer Zeit eine enorme Verbreitung gefunden. Die Hauptgründe liegen in der Frosthärte und in ansprechenden, oftmals rieslingsartigen Weinen sowie mengenmäßig relativ sicheren, üppigen Erträgen bei zufriedenstellenden Mostgewichten. Kerner ist eine Züchtung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg aus den Sorten Trollinger x Riesling, deren Name auf den württembergischen Dichter Justinus Kerner zurückgeht. Die größten Anbauflächen dieser Neuzüchtung befinden sich in der Pfalz, in Rheinhessen, Württemberg und an Mosel-Saar-Ruwer. Die Weine des Kerners sind frisch, rassig, rieslingähnlich und haben ein fruchtiges, feines Bukett, das gelegentlich einen leichten Muskatton aufweist.

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Müller-Thurgau

Die beliebte Weißweinsorte, die früher in manchen Anbaugebieten kein sehr großes Ansehen genoss, ist durch ein neues Qualitätsdenken - vor allem bei den Winzer-genossenschaften - wegen ihrer trockenen, fruchtigen Variante als „Rivaner“ bei den Weinfreunden wieder zu Ehren gekommen. In Italien ist er sogar dabei, sich zum Kultwein zu entwickeln. Auch bei uns wird er langsam durch höhere Nachfrage knapp. Anfang des vorigen Jahrhunderts wurde die Sorte von Professor Dr. Müller aus dem schweizerischen Kanton Thurgau in der Rebzüchtungsanstalt Geisenheim angeblich aus Riesling und Silvaner gekreuzt. Neuere genetische Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass es sich beim „Müller“, so nennen ihn die Winzer, um eine Kreuzung zwischen der Tafeltraube Madeleine Royale und dem Riesling handelt. Professor Müller wollte eine Sorte schaffen, die auch in den höheren und klimatisch ungünstigeren Weinbergen noch ausreifen konnte. Das war ihm mit der neuen Züchtung auch gelungen. Man findet den Müller heute bis hinauf in Höhen von 800 Meter, z. B. in Südtirol. In klimatisch wärmeren Lagen ergibt die Müller-Thurgau-Traube sehr hohe Erträge, wenn man sie nicht „bremst“. Aus einer Zeit, als der Müller in manchen Gebieten als Massenwein auf den Markt kam, stammt die geringe Akzeptanz der Sorte bei Weinkennern. Lässt man jedoch der Natur keinen freien Lauf und pflanzt den Müller-Thurgau auf dem richtigen „Terroir“, kombiniert mit einer vernünftigen Beschränkung des Mengenertrags, so bringt er bei uns sehr gute Weine leichterer Art hervor. Diese zeichnen sich durch ein angenehmes würziges Aroma und eine milde Säure aus. Ein trockener, fruchtiger Müller-Thurgau ist zudem ein idealer Sommerwein und eignet sich auch zum Spritzen mit Mineralwasser als erfrischende Schorle.

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Riesling

Mit 25 % Anteil an den Weinen in unserem Sortiment ist der Riesling die wichtigste und edelste Weißweinsorte. Die Rebe zählt zu den ältesten Sorten überhaupt und hat die deutschen Weißweine in aller Welt berühmt gemacht. Die Rieslingtraube liebt keine fetten Ackerböden, sondern braucht Lagen mit mineralischem Untergrund. Sie reift erst spät, dafür bringt sie bei gutem Wetter im Herbst einzigartige Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen. Auch die Spezialität Eiswein gibt es meist als Riesling, da sich seine Trauben besonders für das lange Hängenlassen bis zu einem Frosteinbruch im Winter eignen. Rieslingweine haben eine besondere Eleganz und Spritzigkeit mit einer typischen Säure, die sie lange lagerfähig machen. Ihr zartes Aroma erinnert an Pfirsiche sowie in manchen Jahren an Zitrusfrüchte. Die perfekte weiterentwickelte Kellertechnik erlaubt es heute, besonders fruchtige Weine zu erzeugen, die lange ihre frische Art behalten. Nicht umsonst sind die Riesling-Weine bei Kennern und Freunden kerniger, charaktervoller Weine beliebt. In unserem Weinpavillon können Sie rund 30 verschiedene Rieslingweine aller Qualitätsstufen probieren.

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Scheurebe

1916 wurde sie von Dr. Georg Scheu an der Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey (Rheinhessen) gezüchtet. Obwohl bisher als sicher galt, dass die Scheurebe durch eine Kreuzung von Riesling mit Silvaner entstand, lassen neuere genetische Untersuchungen Zweifel an der Abstammung aufkommen. Heute vermutet man, dass Dr. Scheu als Kreuzungspartner zum Riesling eine mittlerweile verlorengegangene Wildrebe und nicht wie bisher angenommen die Silvanerrebe einsetzte. In den ersten Jahren war die Rebsorte unter dem Namen „Dr.-Wagner-Rebe” oder „Sämling 88” (so heißt sie heute noch in Österreich) bekannt, erst 1945 entstand der heutige Name „Scheurebe”. Obwohl sie zu den erfolgreichsten deutschen Neuzüchtungen zählt, ist ihr Anbau inzwischen rückläufig. Ihr hoher Anspruch an die Anbaulage, bei später Reife und verhältnismäßig geringen Erträgen, lies die Scheurebe zu einer wertvollen Qualitätssorte werden, die nur für beste Lagen zu empfehlen ist. Die Scheurebe bringt höchste Spitzenweine hervor, mit leicht muskatartigem und nach schwarzen Johannisbeeren duftendem Bukett. Die besten findet man meist als edelsüße Weine, die aufgrund ihrer elegant-rassigen, rieslingähnlichen Säurestruktur harmonisch, duftig und körperreich sind. Die ersten Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen mit sehr hoher Qualität wurden bereits in den 50er Jahren gekeltert. Die Weine sind in der Regel lange lagerfähig.

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Weißburgunder

Der Weißburgunder, auch Weißer Burgunder oder Pinot blanc genannt, hat seine Heimat in Frankreich, im Burgund. Es ist eine Rebsorte die hohe Ansprüche an den Weinberg stellt. Sie benötigt viel Feuchtigkeit, tiefgründige und nährstoffreiche Böden. In Deutschland nannte man den Weißburgunder bis Mitte des 19. Jahrhunderts „ Weißer Klevener“. Durch die Umbenennung wollte man die Verwandtschaft zum Blauen und Grauen Burgunder aufzeigen. Seine Anpflanzung hat in allen deutschen Anbaugebieten zugenommen, hauptsächlich findet man ihn in Baden, Rheinhessen und der Rheinpfalz. In geeigneten Weinbergslagen kann er auch in sonnenarmen Jahren ausdrucksstarke Prädikatsweine liefern. Für einen guten Weißburgunder, sollte das Mostgewicht zwischen 75 und 85° Oechsle liegen, also etwas höher als bei der Sorte Riesling um einen qualitativ gleichwertigen Wein zu erhalten. Der Säuregehalt ist geringer als der des Rieslings, deshalb sind sie leicht. Die Weine sind spritzig und im Vergleich zum Grauen Burgunder bringen sie nicht die Fülle und das Sortenaroma mit, es sind überwiegend leichte Menüweine. Baut man den Weißburgunder halbtrocken aus, wird er ausdrucksreich und elegant. In Jahren guter Witterung finden sich auch kraftvolle Abfüllungen bis zur wuchtigen Aus- und Beerenauslese wieder.

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