Unsere roten Rebsorten

Dornfelder

Ein Jüngling unter den deutschen Rotweinen. Gezüchtet von August Herold in der Weinbauschule in Weinsberg (Württemberg) um 1955, wurde Dornfelder zunächst nur als „Deckrotwein” verwendet, das heißt zum Verschnitt mit hellen Rotweinen, um diesen mehr Farbe zu verleihen. Erst Mitte der siebziger Jahre begann sich die Rebsorte als eigenständiger Rotwein durchzusetzen. Heute gilt die nach Imanuel Dornfeld, dem Begründer der Weinsberger Weinbauschule, benannte Sorte als erfolgreichste deutsche Neuzüchtung unter den Rotweinen. Nach dem Spätburgunder ist Dornfelder, bezogen auf die Rebfläche, in Deutschland die Nummer zwei der roten Rebsorten. Er ist inzwischen in fast allen Anbaugebieten zu finden und erfreut sich großer Beliebtheit. Dornfelder ist eine robuste, ertragreiche Rebsorte, die gemäßigte, wenig frostgefährdete Anbaulagen bevorzugt. Er bringt tiefdunkelrot gefärbte, körperreiche Weine mit intensiven Fruchtaromen wie Sauerkirsche, Brombeere und Holunder hervor, die sich auch für den gerbstoffbetonten und markanten Ausbau im Barrique eignen.

Lemberger

Eine der beliebtesten Rotweinsorten in unserem Sortiment ist der Lemberger, fachlich als Blauer Limberger bezeichnet. Die Weine haben eigentlich zwei Gesichter: Als Blaufränkisch liefert er in Österreich frische leichte Weine von der Art des Portugiesers. Die Weine in Deutschland dagegen ähneln dem Burgunder. Hauptanbaugebiet ist Württemberg, wo man den Lemberger auch als Cuvée mit Trollinger nutzt, um diesem mehr Fülle und Charakter zu geben. Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist die Sorte zuerst in Österreich aufgetaucht. Der Name Limberger soll auf den Namen eines Rebschulbesitzers zurückgehen, der die Reben den Winzern angeboten hat. Rebforscher haben die Vermutung geäußert, dass es sich um eine uralte Selektion aus bodenständigen roten Reben handelt, die unter Karl dem Großen (742-814) durchgeführt wurde. Auch bei uns im badischen Kraichgau hat sich der Lemberger mittlerweile einen festen Platz erobert. Seine kräftige, dunkle Farbe, der volle Körper und der feinherbe Geschmack machen ihn zu einem idealen Essensbegleiter zu Lamm, Wild und gereiftem Käse. Als Trollinger- Lemberger ist er ein idealer Wein für jeden Tag, der auch einmal einen Fernseh- oder Skatabend mit lieben Freunden begleiten kann. Tipp: Leicht gekühlt ist er ein idealer Sommerwein.

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Portugieser

Der blaue Portugieser, in Österreich auch als Blaue Feslauertraube, Vöslauer, Oportorebe oder Badener bekannt, kam wahrscheinlich aus Portugal oder Spanien nach Österreich (Bad Vöslau) und von dort in seine Verbreitungsgebiete. An der Streuung in Deutschland war Johann-Philipp Bronner (1792-1864), Apotheker und Weingutbesitzer in Wiesloch, maßgeblich beteiligt. Der Portugieser ist überwiegend hellrot bis rubinrot und ein leichter Rotweintyp. Allerdings kann er in guten Jahren auch dunkelrote Weine mit Burgundercharakter hervorbringen. Ein Portugieser ist meist ein angenehm milder und weicher Rotwein mit wenig Tannin, der sowohl zur leichten Küche als auch zu italienischen Gerichten, wie Nudeln, Lasagne und Pizza passt. Die empfohlene Trinktemperatur liegt bei 16 bis 18 Grad Celsius, an heißen Sommertagen darf man diesen Rotwein auch gekühlt – zwischen 12 und 14 Grad Celsius – genießen.

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Regent

Diese noch sehr junge Rotweinsorte wurde am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof (Bundesanstalt für Züchtungsforschung) von Prof. Dr. Dr.h.c. G. Alleweldt entwickelt und ist eine Kreuzung aus dem Jahre 1967 zwischen Diana (weiß) und Chambourcin (rot). Nach einer gründlichen Prüfzeit bekam der Regent 1996 die Sortenzulassung. Bei dieser Neuzüchtung ist es gelungen eine Rebe zu schaffen, die sowohl einen hervorragenden Rotwein liefert, als auch gegen Pilzkrankheiten eine weitgehende Resistenz besitzt und daher einer ökologisch ausgerichteten Weinproduktion entspricht. Die Regenttraube ist lockerbeerig, dunkelblau und auch der Saft ist rot gefärbt. Sie liefert einen stoffigen, violettroten, tiefdunklen Rotwein mit einer angenehm milden Säure. Seit dem Jahrgang 2001 rundet der Regent auch die Rotweinvielfalt in unserem Sortiment ab. Inzwischen findet er viele Anhänger die einen mediterranen farbintensiven Wein suchen, der nicht zu harte Gerbstoffe hat.

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Schwarzriesling

Andere Bezeichnungen sind Pinot Meunier oder Müllerrebe. Die Heimat des Schwarzrieslings ist das Burgund. Dort wurde diese Sorte bereits im 16. Jahrhundert dokumentiert. Der Name Pinot Meunier weißt schon darauf hin, dass der Schwarzriesling zur Burgunder- (=Pinot-) Familie gehört und nichts mit dem weißen Riesling zu tun hat. Das Wort Meunier bedeutet übersetzt Müller – deshalb auch Müllerrebe. Allerdings hat diese Sorte genauso wenig mit dem Müller-Thurgau gemeinsam. Müller kommt daher, weil die Triebspitzen der Weinreben auffallend weißwollig sind und das Blatt auf der Unterseite stark behaart ist und dadurch weißlich gefärbt. Blickt man auf einen Weinberg mit diesen Reben, so sieht das aus, als sei ein Müller mit einem Mehlsack durch den Weinberg gelaufen und hätte ihn mit Mehl bestäubt. Die Weine zeigen in reifen Jahrgängen oft ausgeprägte Sauerkirsch-Aromen im Duft. Sie wirken fruchtbetonter und oft kerniger als beispielsweise ein samtiger Spätburgunder. Schwarzriesling Rotweine aus Maischegärung sind in ihrer Jugend oft komplex und verschlossen. Hier bewirkt eine gewollte Sauerstoffzufuhr in der Dekantierkaraffe über einen Zeitraum von 2 bis 4 Stunden oft wahre Wunder.

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Spätburgunder

Was der Riesling beim Weißwein ist der Spätburgunder, fachlich Blauer Burgunder genannt, für den Rotwein – die edelste deutsche Rebsorte. Die Rebe stammt als eine der klassischen Burgunderreben aus Frankreich – dort als Pinot Noir bekannt – und soll schon um das Jahr 880 von einem Nachfolger Karls des Großen an den Bodensee gebracht worden sein. Hauptanbaugebiet ist das sonnenreiche Baden. Für gute Rotweine werden reife, zuckerreiche Trauben benötigt, die genügend Alkohol bilden um eine bestmögliche Harmonie aller Inhaltsstoffe zu gewährleisten. Die Traube hat blaue bis violettfarbene, kleinbeerige, rundliche Beeren mit einem typischen Duft. Die Spätbur-gunderrebe verlangt nach sehr guten, nährstoffreichen und nicht zu trockenen Böden und liefert daher in guten Lagen Spitzenweine. Die rubinfarbenen Spätburgunder- Rotweine sind samtig, vollmundig und haben einen typischen an Waldfrüchten, wie z.B. Brombeere, erinnernden Ton im Duft und Geschmack. Bei Weinen, die beim Ausbau ein Holzfass gesehen haben oder im Barrique waren, kann man zusätzlich Aromen feststellen, die an Vanille und Tabak erinnern. Spätburgunder führt der Wieslocher Winzerkeller seit seinem Bestehen. Die neu in Betrieb genommene Kelteranlage sichert die Rotweinqualität und bringt sortentypische Weine hervor.

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Trollinger

An der Bergstraße und im Kraichgau war der Trollinger als Fleischtraube oder Frankentaler bekannt. Man fand ihn hauptsächlich im gemischten Satz wieder. Das heißt, es gab viele Weinberge die mit einzelnen Trollingerstöcken zwischen anderen Rebsorten bepflanzt waren. Zu dieser Zeit war der Trollinger eine Esstraube und diente hin und wieder als Kuchenbelag. Die Urheimat des Trollingers liegt in Südtirol oder Trentino. Hier kennt man ihn als Groß Vernatsch bzw. Schiava grossa. Von da aus, brachten die Römer den Trollinger an den Rhein, wo er an der Bergstraße und in der Pfalz seine Heimat fand. Mitte des 17. Jahrhunderts haben ihn die Württemberger nicht aus der Pfalz, sondern direkt aus Tirol bezogen. So entwickelte sich wohl auch der Name. Aus dem anfänglichen Tirolinger wurde der Begriff Trollinger. In jüngster Zeit wird auf Grund der Nachfrage die Sorte Trollinger im Bereich Kraichgau wieder verstärkt angepflanzt. Meist bringt die Traube leichte, fruchtige Schoppenweine hervor und in sehr guten Jahren steigt die Qualität auch in den Bereich der Prädikatsweine. Häufig findet man den Trollinger als Cuvée mit Lemberger (kurz TL). Eine hervorragende Komposition zwischen dem zarten, hellroten Trollinger und dem kräftigen, farbintensiven Lemberger, die sich zu einem Hochgenuss vereinen. 

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